Aufgabenstellung und Ausgangssituation
Die Pfarrkirche St. Emmeram in Kleinhelfendorf ist eng mit der örtlichen Wallfahrtstradition verbunden. Ihre Baugeschichte reicht weit zurück: Bereits 804 ist in Kleinhelfendorf eine Eigenkirche des Klosters Tegernsee belegt. Im Langhaus sind Teile eines um 1200 errichteten Saalbaus aus Tuffsteinquadern erhalten. Erweiterungen im 15. Jahrhundert und der tiefgreifende frühbarocke Umbau im 17. Jahrhundert prägen das heutige Erscheinungsbild.
Auslöser der Gesamtrenovierung war vor allem das ungünstige Raumklima, das zu verstärkter Schimmelbildung geführt hatte. Darüber hinaus waren statische und technische Mängel zu beheben, die historische Ausstattung zu konservieren und der Kirchenraum für die heutige liturgische Nutzung behutsam neu zu ordnen.
Entwurfsgedanke und Konzeption
Die Sanierung folgte einem konservatorischen Ansatz und Raumschale und Ausstattung wurden umfassend renoviert.
Ziel war eine behutsame Neuordnung des Raumes und seiner liturgischen Orte. Neue Bereiche für Taufe und Beichte fügen sich sensibel in den Kirchenraum ein. In der oberen Sakristei entstand ein eigener Raum für die Ministranten. Ein barrierefreier Zugang verbessert die Zugänglichkeit und ermöglicht allen Besucherinnen und Besuchern die Teilnahme an Gottesdiensten und persönlicher Andacht.
Technisch umfasst die Sanierung eine vollständige Erneuerung der Elektrik, die statische Ertüchtigung der Deckenkonstruktion im Sakristei-Anbau sowie die Nachgründung der Emporen. Auch das Dach, der Sockelputz und Risse im Mauerwerk wurden im Zuge der Maßnahme saniert. Durch eine geregelte Lüftung und bauteiltemperierte Maßnahmen wird ein stabiles Raumklima geschaffen. Die neue Beleuchtung ermöglicht verschiedenen Lichtstimmungen.
Im Bereich der Restaurierung wurden Raumschale, Bodenbelag und Ausstattung gereinigt und konserviert, das Gestühl wurde auf neuen Podesten wiedereingebaut.
Liturgische Neugestaltung
Für die künstlerische Neugestaltung der liturgischen Orte wurde der Münchner Bildhauer Werner Mally gewonnen. Altar und Ambo aus hellbeigem Kelheimer Marmor setzen einen zeitgenössischen Akzent und treten zugleich in einen ruhigen Dialog mit dem historischen Kirchenraum. Das Projekt wird in einer Dokumentation des Erzbischöflichen Ordinariats München veröffentlicht: 2026-Kleinhelfendorf Broschüre












